Zeichnungen in Wachs

Über den Dächern

Aktuelles
09.05.-22.08.2021 Brandenburgischer Kunstpreis, Schloß Neuhardenberg
Unter der Schirmherrschaft des Brandenburger Ministerpräsidenten verleihen die Märkische Oderzeitung und die Stiftung Schloss Neuhardenberg zum 18. Mal den Brandenburgischen Kunstpreis in den Sparten Malerei, Grafik, Plastik und Fotografie. Eine begleitende Ausstellung in den Räumen der Stiftung zeigt Arbeiten der nominierten Künstler und Künstlerinnen. Zur Ausstellung ist auch ein Katalog erschienen.
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Eintrittspreise: 5 € / ermäßigt 3 €
an Sonntagen inkl. Eintritt Schloss 6,50 € / ermäßigt 4 €

Aktueller Hinweis für einen Besuch
Ab 9. Mai 2021 sind die Ausstellungen wieder geöffnet. Für Ihren Besuch ist die Buchung eines Zeitfenstertickets (online oder telefonisch) sowie die Erfassung Ihrer Kontaktdaten vor Ort erforderlich. Geöffnet hat auch das Spritzenhaus, an dem Sie Speisen und Getränke zum Mitnehmen erwarten.

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Filigran poetische Gebilde
Vielschichtig im Wortsinn sind die Arbeiten von Heike Jeschonnek. Den Austragungsort ihrer Zeichnungen bildet mit Paraffin beschichtetes Papier, in das von der Künstlerin fremd vertraute Szenerien eingeschrieben werden. Mit dieser Technik greift sie eines der ältesten Trägermedien auf und macht dieses Notationsverfahren mit Fantasie und Verve gegenwartstauglich. Dabei ist das Material immer auch Partner mit Eigenleben und Eigenwilligkeit. Die Zeichnung wird zum Palimpsest, in dem sich die unterschiedlichen Materialien und Medien überlagern, ver- und entbergen.
Es entstehen filigrane poetische Bild-Gebilde, die zwischen Ferne und Nähe, zwischen Bild und Entzug changieren. Nie verhärten sich die Ansichten zu rigider Lesbarkeit. Stattdessen wird der Blick hinein in die immer ambivalenten Landschafts- und Naturräume mit einer mysteriösen Instabilität und mit der Auflösung von Eindeutigkeiten konfrontiert.
Dorothée Bauerle-Willert

Fabulieren auf Tasachenbasis
Langsam, auf bedachte Weise holt Heike Jeschonnek Fragen nach Wahrheit, Identität und politischer Relevanz unter dem durchscheinenden Wachsüberzug ihrer Bilder hervor. Wie eine Alltagsethnologin kratzt, schabt und setzt sie frei, was sich an Schmerz, an enttäuschenden Niederlagen, an Zweifeln, aber auch an Empörung unter der Konsumkruste der Gegenwart angestaut hat. Stets zieht Heike Jeschonnek ihre Bildbetrachter in unaufgeklärte Vorgänge hinein. Schon ihre früheren Bilder waren immer mehr „gefühlte Wirklichkeit“ als Dokumentation. Man könnte sagen: Heike Jeschonnek fabuliert auf Tatsachenbasis.“
Christoph Tannert, Künstlerhaus Bethanien, Berlin

„Slowly, in pensive ways, Heike Jeschonnek extracts grains of truth, identity and political relevance from underneath the transparent wax coating of her pictures. Similar to an everyday anthropologist, she scratches, carves and releases all the pent-up pain, the sobering defeats, doubts, fits of rage from underneath the encrusted surface of consumerism.
Heike Jeschonnek always draws the viewers into unsolved scenes. Even her earlier pictures were rather perceived reality than solid documentation. One could say that Heike Jeschonnek spins a yarn on the basis of facts.“
Christoph Tannert, Künstlerhaus Bethanien, Berlin